Marion McEvoy: Roses on the Tide, https://marionmcevoy.com/ (Irische Musik) (GH)

Marion McEvoy, bekannt als Sessionmusikerin aus Dublin – außerdem hat sie damals auf Mick Fitzgeralds letzter CD mitgespielt! -, legt nun endlich ein eigenes Album vor. Erster Eindruck: viel zu kurz (eine knappe halbe Stunde). Ansonsten: einfach wunderbar.

Sie hat alle Lieder selbstgeschrieben und allerlei Gäste zu den Aufnahmen dazu gebeten, auch Schwester Eleanor ist mir von der Partie (das ist die mit „Only a woman’s heart“). Marion spielt Gitarre, Mandoline und noch etliche andere Instrumente, und ihre Stimme ist kräftig und klangreich, bei den meisten Liedern singt sie zu Intrumentalbegleitung, aber auch a-capella-Gesang liegt ihr.

Ihre Lieder handeln von Frauen aus Irlands Geschichte, denen nur selten der Ruhm zugekommen ist, den sie verdient hätten – die heute bekannteste ist wohl die 2024 verstorbene Journalistin Nell McCafferty. Andere sind Fanny und Anna Parnell, die im Schatten ihres berühmten Bruders als Aktivistinnen unter der armen irischen Landbevölkerung tätig waren, Fanny war außerdem zu ihrer Zeit eine anerkannte Lyrikerin.

Sympathie und Solidarität prägen diese Lieder, und sie sind zwar erst vor kurzer Zeit geschrieben worden, aber alle klingen durchaus traditionell. Anspieltipp: „Song for Anna“, die Melodie setzt sich sofort im Ohr fest.

Marion McEvoy: Roses on the Tide, https://marionmcevoy.com/ (GH)