Was unseren „Lu“ für Folkies – die mit der Seele für Folk brennen- so attraktiv macht. – Diese Geschichte ist ein „historisch – dynamischer Artikel“, der „neu – wissenschaftlich“ absatzweise von Unten nach Oben zu lesen ist.

Und sollten uns einmal die Herren und Damen des Ludwigstein aus Geld- oder anderen Gründen unseren Platz auf dem Lu am 3. Wochenende im September zu meinem Geburtstag nicht mehr frei halten, dann müssen wir uns eine andere zentrale Burg in Deutschland suchen, die – vielleicht nicht so teuer, so komfortabel, dafür weniger zementiert ist, vielleicht mit einem besseren Saal, als dem akustisch so fehl konstruierten Meißnersaal. Aber wir haben auch Freunde unter den Ludwigsteinern. Obwohl wir all die Jahre noch immer nicht auf ihrem Kalender und in ihrem Archiv stehen. Weshalb eigentlich nicht? Es sind doch nicht wenige von uns „brennenden Folkies“, Hessen, Ludwigsteiner?

Die Zukunft schenkt uns einen neuen Gedanken. Am Anfang zur Eröffnung mit den Kreativen im Burghof oder im Rittersaal zusammen zu kommen und freies „Anekdoten-Erzählen“ mit Erlebtem und gefundenen neuen Schätzen. Hier von einem alten Dresdener Strietzel, dort von einem neuen Festerlebnis, dann von einem herrlichen Branle aus Frankreich mitgebracht, von einem herrlichen Gassentanz aus England, einem neuen Mecklenburglied, einer alten Variante des Hoida, einem ausgegrabenen Wunder mit einem Ländler aus der Steiermark und Schätzen aus all diesen herrlichen Quellen aus dem Brunnen der Folklore. Das würde unserem Folk- und Wandervogelfest auf dem Lu eine Stärke geben, die länger als 100 Jahre wirkt. Wenn das mit Handys gefilmt und die herrlichen Anekdoten (auch im Burgarchiv) archiviert und gepostet würden, ergäbe sich eine Kraft, die viele freie, zukunftsgewandte Menschen anzieht und ihnen unsere weltweite, freie, freundschaftliche Folklore ans Herz und in die Seele schwingen würde. WWW.BURG-FOLK.DE

Die neue Crew bwährt und erneuert sich seither mitjungen nachstrebenden Folkies. Einigewichtige, attraktive fehlen noch, aber das Tanzen, Musizieren und Singen gedeihen mit immer wieder neuen Ideen und Impulsen. Besonders verdient gemacht hatten sich Schrat, Usch und Luc, die mit ihrer Seele noch be uns sind. Und einige der alten noch lebenden Elbrabengründer auch mit neuen Elbraben möchten 2026 auf der Burg noch einmal aufspielen, auch mit neuen Ideen und alter Fetzigkeit auf „Brodelportart“.

Nach zehn Jahren mit dem grimmigen Horst sagtenviele Folkies, dass es genug sei und Horst hatte auch genug. Da taten sich zehn zusammen und grndeten Burgfolk, um Freundschaft zu pflegen und den Festen Möglichkeit zu geben, die Burg zu mieten und die „Folk-Insiderszene“ beieinander zu halten. Das war ein weiterer neuer Erfolg von Folkies zwischen Suhl und Weimar, zwischen Aachen und Burgwedel.

hedo wollte die Leitung abgegeben. Von den Elbraben war zu der Zeit keiner, der an seine Stelle trat. hedo hatte in der Einöde, im Mecklenburger Lüttenmark, den zerfallenen Rabenhof gekauft und wünschte sich, sich dort zu konzentrieren, den Hof aufzubauen, dort eine Folkszene zu pflanzen, die folkloristische Einöde zu beleben zusammen mit Mecklenburger Folkies. Das mit dem Hofaufbau, dem schönen Rabensaal und den Festen gelang. Die großartigen Folkies dort, die wir bei DDR-Einladungen kennen gelernt hatten, hatten anderes zu tun, ihre DDR-bezahlte Folkszene zu retten, Folk zu studieren, sich selbständig zu machen. Also stand hedo ziemlich allein, unterstützt von Atti und einigen wenigen. Und die Feste übergab er an Klaus Grimm, einen guten Tanzmeister, der nur kein Folkie war, voll mit dem Herzen dabei, kein Musikant, ein Seminarleiter mit Leidenschaft, der Festabende zu Seminaren machte.

Burg Hanstein, das andere Wandervogel-Refugium, begrüßte uns einsam und ohne Eintrittsgebühren mt freiem Zugang. Nur ein Klo konnte man uns aufschließen, das für Abhör- und Wachpersonal gepflegt wurde. Es war wie ein Wundr. Wir musizierten, sangen und tanzten und waren voller Freude. Einen Kreis, eine Schnecke, tanzten wir auf der Bastion. Es gab die ersten unserer Fotosammlungen vom Hanstein zum Ludwigstein. Andreas Georgi stimmt auf seiner Mundharmonika „Auf der Saale, hellem Strande“ an. Und dann sangen wir das Wandervogellied “    “ und unser Freiheits- und Friedenslied „O lio, lio la“ und wir tanzten wie immer den „Hoida“ als Ludwigsteintanz und den „Perastus“ als Hansteintanz. Fehlte nur ein deutscher Tanz. Da tanzten und sangen wir den „Lott is dot“ und meinten damit die Greisenherrschaft der DDR-Stalinisten Mielke und Co., die vielen von uns das Leben so schwer gemacht hatten, und die jahrelang nicht nach Hause konnten. Auch einige, die über Ungarn gekommen waren, waren dabei. Und einige weinten vor Freude, als wir sangen.

Die Grenzöffnung war wie ein Wunder. Gerade da hatten wir 1979 unser Treffen auf der Burg, und wir begannen, die Wanderung zur Burg Hanstein, wie seither in jedem Jahr. Wir tippelten los zur Grenze, zu Stacheldraht, zur unbekannten Burg auf dem Berg oben, oft gesehen in der Ferne und wussten noch nicht, ob wir an der Grenze gestoppt werden würden. Als wir zur Grenzen kamen auf einem schmalen Weg, stand da ein einsamer Grenzer mit MP, der uns singend herauf kommen erlebte, ein bunter, fröhlicher Haufen. Ob er uns noch aufhalten sollte? Die meisten großen Grenzübergänge waren ja gerade erst offen? Wir grüßten uns freudig, und er ließ uns durch.

Das alles fand und findet in Freiheit in lockerer Atmosphäre, mit freier Improvisation, mit vielen Impulsen und vor allem mit Freundschaft statt, mit Wunschtänzen, mit handgemachter Musik, mit Menschen, die bei sich zu Hause in ihrem lokalen Umfeld musikalisch mit Instrumenten, mit Liedern, mit Tänzen aktiv sind und ihre Wünsche, ihre Erfahrungen, vor allem ihre Seele mitbringen.

Was war es, das so attraktiv ist, dass jedes Jahr neue und alte Folkies auf den Ludwigstein kommen zu den Erntefolkfesten oder HFF HerbstFolkFesten? Es war und ist das Prickelndste der Folklore: das Musizieren, Tanzen und Singen des Eingemachten, neuerer Stücke von Überall aus Europa, ein richtiges Europatreffen, das Mitmachen und sich Einbringen vieler Folkinsider aus vielen Ecken des Landes mit tollen Ideen, mit Kuriositäten, mit neuen ausgegrabenen Schätzen, mit lockerem Vermitteln und dann das Wiedersehen von Jung und Alt.einem lockeren „Freundschaftshaufen“ im Namen des Wandervogels, viele Jahre.

Als ich 50 wurde wohl 1985 erhoben wir vor über 40 Jahren unser Lebens-, Folk- und Tanztreffen aus der als „großes Erntefest mit Festtafel“ Taufe. Die Elbraben zogen alle voll mit und Freunde aus dem ganzen Land, bis aus der DDR Geflohene zogen mit. Es wurde ein Treffen das brodelte wie eine „Brodelpott“, dass über die Grenzen und im Lande mehrere ähnliche Feste entstanden mit Singen, Tanzen, Musizieren, neuen Tänzen von Überall, neuen zündenden Lidern, herrlichem Musizieren von Klein und Groß, von bekannten Bands wie den Möllner, den Hildesheimer, den Elbraben, tubsit, welche Band noch? aus ganz Deutschland als offener Band. Das macht bis heute Schule. Es ist herrlich. Was wird in diesem Jahr als „neue, beliebte Findung“ als Tanz, als Lied, als Musik gekürt?

Weshalb brennen so viele Menschen für Folklore ihr leben lang? Weil Folklore eine Zusammenfassung von Heimat, von Leben, von räumen und Liebe ist? Weil aus solchem Urmutterboden Freundschaft, Liebe, Familie, Frieden und Wohlstand entstehen? Weil Folklore gleichzeitig Heute, Gestern und Zukunft ist? Weil selbst unsere Ahnen, die ihre Heimat liebten, bei unseren Jahreszeit-Festen in unseren Seelen mit uns sind?

Wer war und ist alles dabei? : Peter und Ralf aus Schwerin, Jens-Peter Müller, Jörg Fröse, Annette vom Uelenspeghelhof aus den Niederlanden, Atti, Viktor aus Hamburg, Karin aus Plön, Usch aus Aachen, Schrat aus Wahlhausen, Sabine und Luc aus Aachen, Lothar aus Duisburg, Wolfgang aus Kassel, ……. du solltest hier wohl auch stehen…. so viele Impulsgeber.


RITTERGEDICHTE

Wir freuen uns über weitere Verse

Kunibert, der große Klampfer, aß am liebsten Sauerampfer und verstärkt so seine Töne durch ein markiges Bassgedröhne.

Zu Grünwald im Isertal,glaub’n se mir’s, ös war amol, da ham edle Ritter g’haust, denen hoat vor goarnix g’graust.
Ja, so warn’s, ja so warn’s,     ja so warn’s, die alten Rittersleut.     Ja, so warn’s, ja so warn’s,     die alten Rittersleut.


Ritter hausten, liebe Leit, überall vor langer Zeit auf der Burg die oben ragt und vom Zahn der Zeit zernagt.

So ein edler Rittersmann hatte sehr viel Eisen an. Die meisten Ritter, muß i sagen, hat deshalb der Blitz erschlagen.

Hat ein Ritter den Katarrh, damals war’n die Mittel rar. Er hat der Erkältung trotzt, er hat g’räuschvoll g’schneuzt und g’rotzt.

Ritt ein Ritter auf seinem Roß, war das Risiko sehr groß ; hat sein Roß an Hupfer do, lag im Dreck der gute Mo.

Und der Ritter Kunibert setzte sich verkehrt aufs Pferd ; wollte er nach hinten sehn, braucht er sich nicht umzudrehn.

Lag ein Ritter mal im Dreck, brachte man ihn nicht vom Fleck. Nur mit einem Hebekran bracht‘ ihn auf die Beine man.

Ist ein Ritter auf der Tour, nimmt er hohe Felsen nur; und ist er einmal runterg’flogen, so hat’s ihm nur das Gewand verbogen.

G’soffen hoams, und das ni weni, aus de Eimer Bier und Wein. Hams dann alles g’soffen g’habt, dann seins untern Tisch gekracht.

Knappen waren auch dabei, bei der alten Ritterei. Besoffne Ritter heimzutragen, denn es gab noch kein‘ Tramwagen.

Ließ ein Ritter einen fahr’n, ward es in der Rüstung warm; doch er macht sich gar nichts draus, ließ ihn zum Visier hinaus.

Mußt‘ ein Ritter mal auf den Abort, damals war’s ein harter Sport, und wenn dann noch die Rüstung klemmte, schiß er in das Kettenhemde.

Kam ein Ritter auf die Welt, hat ihm zuerst das Gewand gefehlt. Das einzige, was ihm Gott gegeben, was der Hang zum Saufen eben.

Und die kleinen Ritterkindeln trugen damals Eisenwindeln machten sie mal in die Hosen, fingen die gleich an zu rosten
[oder:   Diese war’n man zweifelt nicht,      feuerfest und wasserdicht.]

Auch die kleinen Rittersknaben hatten sehr viel Blech zu tragen. Selbst der Ranzen war aus Stahl angefertigt dazumal.

Und der Ritter Friederich wütete gar fürchterlich, als in seinem Blechgewand eine Wespe sich befand.

Ritter vor dem großen Tor, stand mit seinem Spieß davor, daß auch keiner sich erdreiste, und ihm in den Burghof schaute.

Und das Ritterfräulein Stasi war so bleich und schrecklich kasi ; war ihr mal ein Knecht zuwider, senkt sie barsch die Augenlieder.

So ein frühes Ritterswei war ihr’m Ritter niemals trei ; dem Ritter war das einerlei, er war ja a nur halbe trei.

Und der Ritter Alexander rutschte runter ’s Treppengeländer Unten stand ein Nagel vor, seitdem singt er im Knabenchor.

Ehekrach im Ritterstand war den Rittern unbekannt. War die Rittersfrau mal barsch, kriegte sie eins auf den . . . Mund.

Hieß der Ritter Friederich, war er meistens liederlich, bis er in die Ehe kam, da ward er wie ’n Lämmchen zahm.

Ging ein Rittersmann auf Reisen, legt er seine Frau in Eisen, doch der Knappe Friederich hatte einen Diederich.

Und das Fräulein Kunigunde hatte auch zwei Pudelhunde; diese haben’s besser könne als die alten Rittersmänne.

Und das Ritterfrollein Rosel trug des nachts ein Eisenhosel, Drum nahm Ritter Kunibit zu ihr stets ’ne Blechscher‘ mit

Und der Ritter Kunibau hatt ’ne tätowierte Frau. Wenn er nachts nicht schlafen kann schaut er sich die Bilder an.

Und das Fräulein Anastas immer nur am Fenster saß; kam ein Ritter in die Näh, mußt er gleich auf’s Kanapee.

War der Ritter einmal geili, ritt er in die Stadt hineili und verschwendet sei Natur an der ersten besten Hur‘.

Ein Ritter hatt‘ ’ne Schwiegermutter, das war ein ganz besondres Luder; die hat er geschmissen in den Turm zu dem hungrigen Lindenwurm.

Und das Rittersfräulein Anna, ward von einem Neger schwanger, doch der Ritter sprach „Ach Scheiß“, Hauptsach is, es wird kein Preiß.

Und das Fräulein Edeltraud, hatte noch die Jungfernhaut, kam vom Lande der Kuseng,     . . .  . . . Peng!

Wollt a Ritter a Dirndl schwaxln, mußt er aus der Rüstung kraxeln. Das ist sehr beschwerlich ‚gworn, drum sind sie auch ausgestorbn

Die Ritter, die warn lust’ge Leut in der guaten alten Zeit, ’s war ja noch ‚a schönes Leb’n, ’s hat noch ka Finanzamt ‚gebn.

Zu Grünwald die Rittersleut leben nicht mehr seit langer Zeit. Nur die Geister von denselben spuken nachts in den G’wölben.

Aus FM 243

Das Ritterbaby dieser Knilch dringt schon wieder ne sei Milch. Drum kocht die Köchin Baby-Tschai, jetzt sauft er wieder glei für drei. (H.Merz)

Muss ein Ritter einmal reihern nach kalten Weißwürsten aus Bayern fältt’s ihm schwer die ganzen Spalten seiner Rüstung zuzuhalten.

Hat der Ritter einmal Durcst von der Ritterpferdewurst, reitet er zum Fräulein Stoffel, sein’m Verhältnis Bratkartoffel.

Musst ein Ritter einmal Kacken, war die Rüstung schwer zu knacken, wurd‘ mit Zangen erst entbunden. Das Wort „Knackwurst ward erfunden.

Macht ein Ritter ein Gedicht, mit Sorgenfalten im Gesicht, tut er seinen Harnisch lüpfen, dass die Verse besser schlüpfen.

Legt ein Ritter mal ein Ei, geht das Ritterklo entzwei, legt der Ritter noch ein ei, geht das Räuberklo entdrei.

Lernt ein Ritter EDV, abends von der Lieblingsfrau, verwechselt er die Miederschnur mit der Computertatatur.

Wollt ein Ritter einmal schnackseln, musst er aus der Röstung kraxeln. Das hat ihm den Spaß verdorben, deshalb sans halt ausgestorben.

Braucht der Ritter neue Hunde, geht er zu Fräulein Kunigunde und nach kurzem Rumgeschnackel paart er dortn seine Dackel.

Der Ritter und die Rittersfrau nehmen es nicht so genau. Er wird fündig bei der Linde, sie begnügt sich mit Gesinde.

Geht ein Ritter einmal wählen, braucht er nur bis Drei zu zählen, als Pazifist, so sagt die Sage, kommt Wehrpflicht für ihn nicht in Frage.

Hein Ritter flog nach USA zur Friedenssorge, das war klar. Erfolg war ihm nur halb beschieden, der Präsident war nicht für Frieden.

Ritter Ludwig zählt bis sieben, weit es tut sich’s nicht geziemen. Weiter hat er’s nicht gebracht. Er nimmt sich vor mehr in acht.

Ist Ritter Ludwig mal alleine, klaut er sich schnell drei Ringelschweine. Sie spiel’n zu Viert dann Doppelkopf um Ringelschwanz und Ritterzopf.

Burgen sind schwer zu erstürmen, denn Ritter kacken von den Türmen, und der Gestank aus allen Spalten ist schwer auf Dauer auszuhalten.

Ludewig vom Ludwigstein lädt nach dem Sieg die Hansteiner ein und verspricht seinen Soldaten, Branntewein und Schweinebraten.

Doch seine Frau die Ilsebill will wieder nicht so, wie er nu will und trat gleich bei dem Frauenorden, ist vegetarisch, pazifistisch, abstinent geworden.

Müsst heut‘ ein Ami-Ritter Kreuzzug machen, hätt‘ er wirklich nix zu lachen. Er müsste tapfer Euros blechen, und nicht Siege nur versprechen.

Ritter Max hatt‘ 20 Ferkel, die schenkt‘ er gestern der Frau Merkel, er zahlt damit Wahlkampfgebühren, dass sie für ihn kann Kriege führen.

Nach Ritter Amis Weltgelüsten, soll’n nun auch die Deutschen rüsten, denn er behauptet steif und ehrlich, China und Russland seien gefährlich.