Wiener Schmäh und Gstanzerln aus der Hauptstadt der Balkanalpen mit Frohsinn und Fertigkeiten, frisch und frei kommen sie daher, jeder vom Quitett, wie er ist. 

Mit Blasinstrumenten, Schlagzeug, Gitarre und Gesang machen sie flotten, mitreißenden Spaß mit zuspielen, antworten, fragen, un gemeinsam fröhlichem Gebrumm.

Eine Band die den Schalk im Nacken, Blasen in der Kehle und die Musik im Blut hat.

Die Post geht ab. Der Bär ist los. Und wer tanzen will kann hoppeln, polken, Swingen, juchzen, jodeln, rocken, jazzen, folken quer durch die Arena.

Wer bei Horses auf dem Hocker hocken bleibt, kommt sich komisch vor. Alle schaukeln in der Manege, nur die Hocker bleiben am Rande, während die Post schon davon galoppiert, dass den Pferden der wohltuende flockig-slobberige Cappucchino – Schaum vorm Maul steht beim angenehmen Wogen in der Menge.

Texte der Lieder auf dem Beibuch im Cover.


Alpkan: Wiener Schmäh trifft Balkan-Sound

Alpkan legen mit „Horses“ ein Album nach, das sich nicht groß um Schubladen schert, sondern lieber einmal quer durch Europa tänzelt. Nach „Hoas is!“ war schon klar, dass die fünf Musiker keinen Bock auf Standard-Volksmusik haben – und genau das ziehen sie hier konsequent weiter durch. Der Sound bewegt sich irgendwo zwischen Alpenhütte, Balkan-Bar und Wiener Beisl, ohne dabei wie ein wild zusammengewürfeltes Experiment zu wirken.

Stattdessen hat „Horses“ eine erstaunlich klare Linie: Es geht um Groove, um Haltung und um diesen leicht schrägen Humor, der sich durch viele Tracks zieht. Dass dabei Wiener Schmäh auf Balkan-Rhythmen trifft und sogar auf Ibero-Klänge, fühlt sich weniger nach Konzept als nach natürlicher Entwicklung an.


AlpkanTracklist

01 Ludo 03:23
02 Daunzn 03:16
03 Kroch 00:26
04 Schwoazfoahra 03:54
05 Jodler 05:00
06 Howan 01:32
07 Horses 02:05
08 Hosndial 03:40
09 Kaiser 04:08
10 Moja 03:58
11 Herr Stockinger 04:07
12 Zechnkas 03:33
13 Schuach (Radio Edit) 03:17
14 Stü 04:09


Musikalisch wird’s spannend, weil Alpkan zwar auf klassische Instrumente wie Trompete, Posaune, Tuba, Gitarre und Schlagzeug setzen, diese aber komplett neu denken. Die Arrangements sind verspielt, aber nie chaotisch, und immer wieder blitzen Ideen auf, bei denen man kurz innehält. Ein Jodler, der plötzlich fast wie ein elektronischer Loop wirkt? Funktioniert. Eine Mischung aus Flamenco und Polka? Klingt erstmal wild, geht aber überraschend gut rein. Genau diese Momente machen „Horses“ aus. Die Band traut sich, Grenzen zu verschieben, ohne dabei den Zugang zu verlieren. Man merkt, dass hier viel ausprobiert wurde, aber eben mit einem klaren Gefühl dafür, wann etwas noch Spaß macht und wann es zu viel wird. Dadurch bleibt das Album trotz aller Vielfalt angenehm hörbar und entwickelt einen eigenen Flow.

Inhaltlich bleibt Alpkan ihren Wurzeln treu, ohne sich darauf auszuruhen. Der Wiener Slang zieht sich durch viele Songs und bringt diese leicht ironische, manchmal auch grantige Note rein. Themen wie Alltagschaos oder kleine gesellschaftliche Beobachtungen werden mit einem Augenzwinkern erzählt – inklusive Sudern, wenn’s ums „Schwoazfoahrn“ geht. Gleichzeitig schwingt immer dieses Gefühl von kultureller Mischung mit: Alpen trifft Balkan, Tradition trifft Moderne, Ernst trifft Humor. „Horses“ wirkt dadurch wie ein musikalischer Roadtrip, bei dem man nie genau weiß, was als Nächstes kommt, aber genau das macht den Reiz aus. Wer auf klare Genres steht, wird hier vielleicht kurz stolpern. Wer Lust auf etwas Eigenständiges hat, bekommt ein Album, das sich bewusst außerhalb bekannter Pfade bewegt und genau darin seine Stärke findet.


ALPKAN – „Horses“

Mit ihrem zweiten Album „Horses“ (Tap-Water Records) setzt das oberösterreichische Quintett Alpkan seine musikalische Reise fort – und öffnet den Klangkosmos dabei noch weiter. Bereits auf dem Debüt „Hoas is!“ machte die Band deutlich, dass sie sich nicht an stilistische Vorgaben binden möchte. Auf „Horses“ wird dieser Ansatz nun konsequent ausgebaut. Alpkan verbinden unterschiedlichste musikalische Einflüsse zu einem Gesamtbild, das sich mit bemerkenswerter Leichtigkeit zwischen alpiner Tradition, Balkan-Grooves, Polka, Marsch, Wienerlied und tanzbaren, modernen Klangideen bewegt.

Das Album entfaltet dabei einen durchgehenden musikalischen Fluss, der durch abwechslungsreiche Stimmungen führt. Energiegeladene Passagen treffen auf ruhigere, atmosphärisch dichte Momente, humorvolle Einfälle auf leidenschaftlich gespielte Abschnitte. Diese Wechselwirkungen verleihen „Horses“ eine lebendige Dramaturgie, die das Album von Beginn an zusammenhält. Trotz der stilistischen Vielfalt wirkt nichts beliebig – vielmehr greifen die einzelnen Elemente ineinander und formen einen eigenständigen, unverkennbaren Sound.


Mit „Horses“ gelingt Alpkan ein Album, das durch seine stilistische Offenheit ebenso überzeugt wie durch sein stimmiges Gesamtbild. Es ist ein Werk voller Energie, Leidenschaft und augenzwinkerndem Humor, das zahlreiche starke Momente bereithält und die kreative Handschrift der Band eindrucksvoll unterstreicht.

Michael Ternai

++++

Alpkan live
18.04. Stadttheater Grein, Grein/Donau – Albumpräsentation Tickets
30.04. Meierhof Burg Clam, Klam Tickets