Robin Huw Bowen – „The magician‘s tripple harp…“ (WALES) (Willi Rodian)

The magician‘s tripple harp…“

Robin Huw Bowen in München

Robin´s style is reminiscent of the carefree, Welsh gypsy harpists of the last century, who clung to the tradition of the triple harp even as the respectable London soiree crowd were trading theirs for fashionable new pedal harps. His infectious, always sensitive, sometimes irreverent, arrangements delight in taking the triple harp out of the parlour and into the public house for a bit of fun.

Y DELYN

Lange hat es gedauert, bis es der walisische Harfenist Robin Huw Bowen auch einmal bis in den bayerischen Süden nach München geschafft hat – besser gesagt, bis der Irish Folkclub in München lobenswerterweise auf einen Aufruf Anfang des Jahres reagierte und Robin kurz entschlossen zu einem Gastspiel in das Münchner Fraunhofertheater einlud.

Kaum einer in München wusste so ganz genau, was  da eigentlich zu hören sein würde – die walisische tripple harp solo?

Natürlich kannte ich die letzte CD von Robin Huw Bowen – The Road to Aberystwyth – bereits, aber was war denn nun der Unterschied zwischen der celtic harp, die wir aus Irland und der Bretagne kennen, der gewöhnlichen Konzertharfe und der tripple harp ?

Das wurde sehr schnell klar, als Robin nach einer gekonnt amüsanten Einleitung von Frank McLynn vom Irish Folkclub die kleine Bühne des Fraunhofertheaters betrat und noch vor dem ersten Stück einige einführende Worte über sein Instrument zum besten gab – und das in überraschend gutem, geradezu fliessendem Deutsch.

Die Tripple Harp, die im Gegensatz zu anderen Harfen von links gespielt wird (!), ist, wie es der Name schon sagt, dreifach mit Darmsaiten bespannt, mit denen sich alle Noten jeder Tonart spielen lassen.

„Die Tripple Harp besitzt drei Saitenreihen, wobei die Saiten der äußeren diatonisch gestimmt sind, die der inneren die zusätzlichen Halbtöne liefern.“ (R.Schuberth: CrossRoots, 2002 – C. Ludwig Vlg.)

Entsprechend variantenreich klangen dann auch Robins Dar-bietungen auf diesem einzigartigen Instrument, das erstaunliche musikalische Effekte ermöglicht, wie z.B. eine echoartige Tondopplung durch die beiden gleich gestimmten Saitenreihen.

Und so zeichneten sich auch viele der Kompositionen des Abends vor allem durch die vielen feinen und komplexen Variationen, Dekorationen und Verzierungen aus. Unterhaltsam und in nahezu akzentfreiem Deutsch moderierte Robin seine Titel an und präsentierte an diesem Abend vorwiegend Titel aus seinem aktuellen Album „Y Ffordd I Aberystwyth/The Road to Aberystwyth“ (s.a. Rezension in FM 274).

Kaum waren die letzten Töne des ersten Sets verklungen, da umringten auch schon etliche Zuschauer diese außergewöhnliche Harfe auf der Bühne und fragten sich, wie es denn technisch zu bewerkstelligen sei, diese drei ineinanderliegenden Saitenreihen sauber zu spielen.

Robin, der 2005 unter dem Namen „Teylnor Cymru II“ als Ehrenmitglied in den Kreis der walisischen Druiden (Welsh Gorsedd of Bards) aufgenommen worden war, stellte sich diesen und anderen Fragen des Publikums mit offensichtlicher Freude über das große Interesse während der Pause am CD-Stand.

Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht das erste und letzte Gastspiel des symphatischen Musikers aus Wales bei uns im bayerischen Süden war.

Willi Rodrian

Internet:

http://www.crasdant.com/eng/robin.htm

Discographie:

1987 – Trwy’r Weiar – Through the Wire, with Mabsant

1991 – Telyn Berseiniol Fy Ngwlad / Sweet Harp of My Land

1992 – Cusan Tân – Kiss of Fire, with Cusan Tân

1994 – Hela’r Draenog / Hunting the Hedgehog

1995 – Cerddoriaeth Telyn Cymru / Harp Music Of Wales

1995 – Esgair – The Ridge, with Cusan Tân

1999 – Hen Aelwyd / Old Hearth

1999 – Crasdant, with Crasdant

2001 – Nos Sadwrn Bach / Not Yet Saturday, with Crasdant

2004 – Yn y Gwaed / In the Blood, with Rhes Ganol

2005 – Dwndwr / The Great Noise, with Crasdant

2007 – Y Ffordd i Aberystwyth / The Road to Aberystwyth

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