Nachruf Brian McSheffrey / An Rinn

Brian McSheffrey
* 2.4.1944 Wallasey
Ɨ 1.5.2026 Osnabrück

Sein Vater kam aus Boyle, Irland, sein Geburtsort war Wallasey, an der Mündung des Mersey gegenüber Liverpool gelegen. Seine zweite Heimat dann, seit 1982, Bramsche bei Osnabrück. Über Jahrzehnte war die Kulturarbeit in Bramsche mit seinem Namen verbunden. Ob Stadtfest oder Kinoverein, Kunstverein, Stadtmarketing oder das jährliche Sommerkulturprogramm: Jahrzehntelang hat Brian McSheffrey die Kulturarbeit der Stadt nachhaltig geprägt.
Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, wäre Brian, so wie er, Hafenarbeiter geworden. Stattdessen aber arbeitete er als Busschaffner und in einem Speditionsbüro, und war begnadeter Grafiker, den es aus privaten Gründen nach dem Studium auf eine Lehrerstelle in Deutschland führte.
Brians wahre Leidenschaft aber waren An Rinn, zu deren Gründungsmitgliedern er seit 1993 gehörte.
Ich habe Brian kennengelernt, als ich im Gründungsjahr der Band als Fiddle-Spieler dazustieß. Über viele Jahre hat Brian als Mastermind die Geschicke der Band gelenkt. Seine prägnante Stimme prägte den Sound der Band, seine Moderation der unzähligen Konzerte war immer kurzweilig, seine Geschichten brachten auch uns immer wieder zum Staunen, manch eine auch zum Stirnrunzeln. Eines seiner Kindheitserlebnisse, ein Hafenarbeiterstreik in Liverpool, inspirierte gar Si Kahn, den großen amerikanischen Liedermacher und Aktivisten, zu seinem Lied „Shoulders“, das auf dem Album „Courage“ erschien, und das er Brian McSheffrey widmete. Sein Musikerdasein führte ihn zu vielen weiteren Freundschaften, ganz besonders zu Colin Wilkie und Shirley Hart. Brian war mit An Rinn auch beim renommierten Venner Folk Frühling einer der Musiker der ersten Stunde und mehrere Jahre Vorstandmitglied VFF.
Aus gesundheitlichen Gründen musste sich Brian leider gegen Ende 2019, kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, vom Bühnenleben und der aktiven Mitarbeit in der Band verabschieden, was ihm unendlich schwerfiel.

Brian McSheffrey ist am 1.Mai 2026 nach längerer Krankheit in Osnabrück verstorben. Am 7.6. haben seine Freunde des Kunstvereins, des Kinovereins, des Stadtmarketing und der Band in einer bewegenden Feier und mit einem „Parting Glass“ von ihm Abschied genommen. Wir haben einen ganz besonderen Menschen verloren.
Martin Czech