Lieder aus dem Krimkrieg 1853 – 1856 Westparkmusic (Historische Lieder) (GH)

….dieses Album bietet dazu die allerbeste Gelegenheit! The Demon War – British Songs of the Crimea – (Eine sehr gelungene CD!)

Der Krimkrieg (1853-56) ist so ziemlich aus der allgemeinen Erinnerung verschwunden, jedenfalls in Deutschland, schließlich hat sich keiner der damaligen deutschen Staaten daran beteiligt. Deutsche Kaufleute allerdings versorgten alle Kriegsparteien mit Waren und wurden reich dabei (es gibt noch heute Gasthäuser, die „Zur Krim“ oder ähnlich heißen, und die damals einem reich gewordenen Kaufmann gehörten, z.B. in Warnemünde).

Auf den Britischen Inseln ist das anders, einige Lieder gehören bis heute zum folkigen Repertoire, z.B. das blutrünstige und zum Kotzen patriotische „The Heights of Alma“, das der ehemals so friedliebende Donovan gern schmettert, oder das ein wenig scherzhafte „The Kerry Recruit“, aus dem Repertoire der Dubliners. Im Krimkrieg kämpften das Britische Empire und Frankreich zusammen mit dem Osmanischen Reich gegen das zaristische Russland, das sich auf Kosten der benachbarten Osmanen auszuweiten versuchte – eine sehr kurze Kurzfassung, aber hier soll es um die Lieder gehen. Nicht blutrünstig und nicht scherzhaft geht es in diesen englischen Liedern zu, die damals entstanden sind – „The Demon War“, wurde der Krieg genannt. Klar freuen sich auch einige über die Siege ihrer Armee, aber der laute Jubel bleibt aus. Die Titel sagen genug: „A wounded soldier’s return home“, „He never came home“, „My husband you are gone“.

Aus vielen Texten spricht eine heute vergessene Frömmigkeit, der Schmerz um den Verstorbenen wird gemildert durch die Gewissheit, dass es dereinst bei Gott ein Wiedersehen geben wird – dazu die ewig aktuelle Frage, was soll das Ganze, wofür und wogegen kämpfen wir eigentlich. Selbst, wenn die Musik nicht so grandios wäre, wäre diese CD ein großer Wurf, aber hier stimmt einfach alles. Mitwirkende sind auch hierzulande bekannte Namen wie Benji Kirkpatrick und Nancy Kerr, andere müssen erst entdeckt werden, und dieses Album bietet dazu die allerbeste Gelegenheit! The Demon War – British Songs of the Crimea, 1853-56, Westpark Music, www.westparkmusic.de (GH)


In Finnland gibt es ein Lied, das eine heimliche Nationalhymne der Finnen wurde, und das viele Finnen bis heute kennen und gern singen. Auf Deutsch heißt es „Hurra, nun zieht unsr’re Schar nach der Heimat, Finnlands schönen Gestaden zu“. Nordische Heimatland, Finnland unser Vaterland, gibt’s doch keine Land, das so schön wie du. (Kaunan on kärsitty – Wie lange haben wir gelitten..)

Der Krieg war gegen das Osmanische Reich. Die schlacht bei gorny Dubniak in Bulgarien war für die ca. 1000 finnischen Soldaten verlustreich mit über 100 Verwundeten und Toten und wurde wie damals üblich stark heroisiert. In Helsinki gibt es Denkmal dazu.

Die Finnen waren zur Zeit des ersten Krimkrieges unter russischer Oberhohheit und mussten für Russland in den Krieg ziehen. Das Lied ist für viele ein ständiges Freiheitsbekenntnis und auch Warnung vor Russlands imperialen Gelüsten. (hh)

(Am) Kauan on kärsitty (Dm) vilua ja (Am) nälkää
(Am) Balkanin vuorilla (E7) taistelles(Am)sa.
Refrain:
(Am) Oi, kallis (G) kotimaa, (C) Suomi sulo (Am) Pohjola,
(Dm) Ei löydy (Am) maata sen (E7) armaanpa(Am)a.

G. W. Gustafsson 1878

Ich füge das Lied hinzu, da ich es mit meiner Gruppe oft auf Finnisch und Deutsch gesungen habe und es bei fast jeder meiner Finnlandfahrten von Finnen gehört habe. In finnischen Sangeskreisen wurde es (zumindest bis vor einigen Jahren) häufig gesungen. (hh)