Veit Sprenger kommt aus irgendwelchen südlichen Gefilden, das sehen wir an der Sprache (Rollwägen! Blaukraut!), oder er will uns in die Irre führen und kommt von ganz woanders. Zuzutrauen wäre es ihm, wenn wir nach seinen Erzählungen gehen.
Erzählungen
Die sind grotesk, das ist das passende Wort, erinnern im Stil oft an den unvergessenen und unvergesslichen Gunter Gerlach (der ja im FM auch schon hochgelobt wurde), aber Veit Sprenger geht seine eigenen Wege und ist alles andere als ein Epigone. „Bewegtes“ ist der Untertitel dieser Sammlung, und fürwahr, da ist was los! Aus Tischen wachsen Köpfe (Muss man mit denen reden? Sollte man sie frisieren?), eine bisher unbekannte Episode vom Langen Marsch wird erzählt (unter dem Brecht’schen Titel „Die Katzen von Tian Shui“), immer wieder kommen Leute zu Besuch, die man gar nicht haben will, oder vielleicht doch, aber jedenfalls nicht in diesen Massen, und wir erfahren, wie gebrochene Herzen geheilt werden können – wenn das kein Thema fürs FM ist, was wäre denn dann eins? Als Krönung gibt es die unappetitlichste Geschichte aller Zeiten, die zugleich aber so komisch ist, dass das Unappetitliche keine Rolle mehr spielt, kurzum, das ist alles wunderbar und kurzweilig und eben aufs Feinste grotesk. Veit Sprenger: Durch die Gärten, sehr weit links, Literaturquickie Verlag, 148 S., 20,–, www.literaturquickie.de (GH)