Trad Quartett (so auch der Name des Albums),( tradquartett@gmail.com) (CD – Deutsche Tänze) (GH)

Das Trad Quartett ist eine ziemlich junge Formation, erstmals haben sie 2024 beim Jamstival miteinander musiziert, wurden mit dem Dieter Wasilke-Förderpreis ausgezeichnet, und legen nun ihr erstes Album vor. Und das ist wunderschön.

Allein schon, weil Melf Torge Nonn Hümmelchen spielt! Und wie er das tut! Auch die anderen Instrumente können sich hören lassen, besonders überzeugt die Klarinette.

Die Stücke stammen allesamt aus Sammlungen aus dem 18. Und 19. Jahrhundert, die Titel sind oft Programm (sozusagen): Polonäse (klingt wie von Mozart), Menuet 1 oder Winker-Schottisch.#

Aber heißen Stücke aus einer Sammlung von 1769 wirklich Schwabisch-Jigs? Und ist es ein Zufall, dass die Melodie von „Schwarzen Rappen oder dreimal ging ich um’s Haus“ justament klingt wie die „Mambo från Säkkijärvi“ der Leningrad Cowboys?

Und wie schön ist die Beschreibung zu Stück 7: „Tyroller oder Deutscher Danz.“

Das alles virtuos gespielt, so dass man ebenso gern immer wieder zuhören wie das Tanzbein schwingen möchte – letzteres sogar, wenn man wegen Problemfuß dazu gar nicht in der Lage ist, also: höchstes Lob!

Trad Quartett (so auch der Name des Albums), tradquartett@gmail.com (GH)


Trad Quartett: Torge Nonn (Foto: Jonas Albrecht), Ursula Suchanek (Foto: Thomas Behr), Alexander Peters (Foto: Alexa Gödde), Bandik Nonn (Jonas Albrecht)

Das Trad Quartett ist eine musikalische Reise durch die Vielfalt und Tiefe der deutschen Tanzmusiktraditionen. Gegründet von vier passionierten Musiker:innen, die sich dem Reichtum und der Weitergabe dieser kulturellen Schätze verschrieben haben, vereint das Quartett jahrelange Erfahrung aus verschiedenen musikalischen Bereichen und Regionen Deutschlands.

Ihr Ziel ist es, die vielfältige Tradition deutscher Volks- und Tanzmusik nicht nur im Inland, sondern auch international lebendig zu halten.

Die Band besteht aus Torge Nonn (Winds), Ursula Suchanek (Quinton), Alexander „Elvis“ Peters (Gitarre) und Bandik Nonn (Kontrabass), die mit ihren unterschiedlichen Instrumenten und einzigartigen Perspektiven die deutsche Folktradition aus alten Tanzmusikhandschriften neu interpretieren.

Das Trad Quartett schöpft aus einer breiten Palette deutscher Tanzmusikstile – von schnellen Polkas aus dem Norden, über grazile Polonaisen bis hin zu wilden Schwabischen und Täntzen. Diese Vielfalt an musikalischen Ausdrucksformen wird in einem lebendigen Dialog miteinander kombiniert. Dabei geht es ihnen nicht nur um die Wiederbelebung der alten Melodien, sondern auch darum, sie mit neuen Ideen und Einflüssen zu bereichern und so eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart zu schlagen.

Ihr Ziel ist es, regionale Musiktraditionen aus Deutschland einem internationalen Publikum näherzubringen und diese in all ihrer Authentizität und Lebendigkeit über die Grenzen hinaus zu verbreiten. Das Trad Quartett ist mehr als nur eine Band – es ist eine musikalische Mission, welche die Seele der Tanzmusik aus Deutschland in die Welt trägt und das Erbe der deutschen Folkmusik Kultur auf eine frische und spannende Weise weitergibt.


ACHTUNG AUFMERKEN – NEUES AUS ALTEM

Das Erforschen und Finden alter, deutscher Tänze geht weiter. Einige Bands machen wunderbare Musik. In alten Regalen, Archiven, Musiken, Sammlungen werden wunderbare Schätze ausgegraben, sehr empfindsam und spannend musikalisch interpretiert und gespielt und dann sogar noch aufgenommen. Es sind Stücke, die meist Erk-Böhme, Steinitz, Meyer und Helms noch nicht zugänglich waren, oft verstaubt und versteckt hinter Modebänden. Und nun in der Folkszene erschienen und von der leider immer noch recht behäbigen deutschen Volkstanzszen kaum beachtet. Während die Folkszene brummt mit Bal Folk, mit Tanzhäusern, mit Ausgrabungen, humpelt meine liebe Volkstanzszene im Kreis unserer schönen Traditionen, ohne die Spirale der Zeit zu beherzigen und Anschluss zu finden. Dabei will die überalterte Volkstanzszene so gern das Erbe unserer Ahnen bewahren für Kinder und Zukunft, macht sich aber das Leben so schwer und das Aussterben so leicht. Ein kleiner Dreh am Hirn bei euch Treuen und Lieben des DGV. Seid eingeladen auf den freien Rabenhof. Ich biete euch ein Tröpfchen Mavrodaphne. hedo