Folkfreude, Glück, Lust + Trauer – Singen, Musizieren, Liedermachen, Zukunft

FREUDE HEIßT DIE GROßE FEDER dichtet Schiller in der Europahymne „Freude schöner Götterfunken“. Ist Glück das Ziel auf dem Lebensweg? Für Folkies? Für alle?

Wer sich Freude zueigen machen kann und sein Leben gestaltet, vielleicht zu einer Frohnatur, ist dem Glück mit dreimal Lachen am Tag näher, dass Querschläge leichter abprallen und Glückspilze und „Blaue Blumen“ wachsen.

Und zu Glück kommt Glück, zieht sich magisch an.

Wenn es erstmal läuft, ist es wie ein Rezept, als ob ich Glück backen und viele zur Freude bringen kann. Gesundheit kommt meist dazu. Das Materielle ist nicht die Hauptsache. Singen, Musizieren, Tanzen, Herzenslieder geben Glücksimpulse. Es ist wie ein Wunder. Nur ohne Frieden geht es nicht.  hh

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FOLK + FOLKIES UND IHRE HERZENSMUSIK

Folkies sind oft lebenslang Folkies, und es kommen Neue dazu. Das hat seinen Grund. Menschen haben ihre Lebenslieder und Lebensmusiken vielleicht auch Lebenstänze mit ihrer Seele verknüpft. Dadurch haben sie einen Halt gewonnen, meist eine Lebensfreude, die ihnen niemand stehlen kann. Trotz aller Schwierigkeiten können sie sogar zur Frohnatur werden, vielleicht auch ketzerisch und bissig allem Lebensfeindlichen gegenüber.

Oft sind Folkies nicht die lauten oder aufdringlichen Typen. Deshalb steht Folk in der Öffentlichkeit und den Medien nicht im Vordergrund. Nur wenige können von Folk leben. Dennoch ist Folk unverwüstlich, weil er vom Gestern ins Morgen reicht. Folkies verbinden Musizieren und Singen, manchmal auch Tanzen. Sie haben auch neben ihren Herzensliedern Künstler, Bands, die sie besonders schätzen, lieben. In Deutschland haben wir weit bekannte Liedermacher, die sich zum Folk zählen, meist schon recht betagt. Weltbekannte Folkbands gibt es in Deutschland kaum. Musikindustrie und Medien können an Folkies und Folkliedermachern nicht so super verdienen wie an poppigen Glitzertypen, an Herz- Schmerzdudlern manchmal auch motzenden Krakehlern. Deshalb können Folkbands auch fast alle nicht von ihrer Musik allein leben, es sei denn, sie machen viele Auslandstouren, denn in vielen Ländern ist Folk in der Öffentlichkeit bekannter, als in Deutschland, und die Künstler haben dort genügend Einnahmen. Fast alle deutsche Folkkünstler haben Folk nur als Nebenberuf, geben in einer Musikschule Unterricht, sind Musiklehrer, Kunstmaler oder leben von Sozialhilfe. Eine spezielle staatliche materielle Kunsthilfe (die es in der DDR gab) kenne ich in Deutschland heute nicht.  hh


WESHALB LIEBEN VIELE MENSCHEN TRAURIGE LIEDER?

In US waren und sind viele Schwarze lebenslang ohne Chance, früher sogar Sklaven, Leibeigene auf Leben und Tod, kaum mit Schulen und Bildungschancen. Das gibt es bis heute noch immer. Aus der Sklaverei entstand der melancholische Blues der Ausweglosigkeit, der Verzweiflung, der Trauer. Lieder der Trauer und Melancholie gibt es in allen Ländern. Sie werden gebraucht bei Krieg, Sterben, Tod, Verlassensein. Diese Lieder sind Helfer für jeden Menschen und für Gruppen, schwierige Situationen zu überwinden.

Wenn Menschen die – wie die meisten in Norddeutschland – das Singen nicht mehr gewohnt sind, ja, es verlernt haben, in eine Gruppe kommen, in der gemeinsam gesungen wird, dann verstummen sie, finden nicht den Mut, den Schwung, ihre Stimme auszuprobieren. Vielleicht summen sie leise mit. Wenn die Lieder traurig oder zart sind, finden die Liedungewohnten leichter einen Einstieg und fühlen sich nicht in die Ecke gedrängt.

Die Liedungewohnten kennen auch kaum Liedtexte, Liedpoesien auswendig und brauchen Liederblätter fürs gemeinsame Singen, sind oft selbst dabei unbeholfen, die Texte gleich zu finden, da sie die Liedanfänge nicht kennen. Wenn eine Folkkreis feiert und Freunde, Familien, Neue einlädt, dann ist es ratsam beim Singen Liederblätter mit alphabetischer Ordnung für jeden zu haben und mit leisen Liedern anzufangen. (Zumindest in Norddeutschland, wo gemeinsames Singen eine Seltenheit ist.)