Ringsgwandl: Schawumm!, Galileo, https://ringsgwandl.com/ (D Liedermacherei)(GH)

Ringsgwandl, wie schön, lange nix von ihm gehört, aber das liegt vielleicht an der Ignoranz der Rezensentin? Egal, auf dem Cover steht er in einer Pose wie ein Pantomime, die roten Lippen haben auch was von Marcel Marceau, und er gestikuliert, selten ein Standbild gesehen, das so hektisch und lebendigt wirkt.

Und so ist auch die CD, ganz viel los darauf. Er singt ein Stück auf Bayrisch, die restlichen in einer Art Schriftdeutsch (aber zu Nutz und Frommen der Nordlichter liegen die Texte bei, sind übrigens fast alle von ihm).

Der Titel deutet es an, es knallt, und wie viel verheißungsvoller ist so ein Schwawumm als ein Scholz’scher Wumms, wie viel Temperament steckt dahinter! Es geht schmissig zu, mit Abstechern nach Reggae und Country, bei der Begleitband überzeugt vor allem Daniel Stelter an der Dobro.

Und es geht um die wenig erfreuliche Welt von heute. Die Titel sagen es: Klimadisko, Mikroplastique, Götterbote (und damit ist nicht der griechische Herr mit den Flügelschuhen gemeint, sondern ein Unternehmen, das seinen Namen auf schändliche Weise usurpiert hat). Das bayrische Lied sticht heraus – es heißt „I wui di“, hat aber nichts mit Bob Dylans fast gleichnamigem zu tun.

Ringsgwandl: Schawumm!, Galileo, https://ringsgwandl.com/  (GH)