Klaus Irmscher – Mein Reim darauf – Ein Leben in Liedern – www.Klaus-Irmscher.de (Lieder + Liedergeschichten) (hh)
Menschen, für die Lieder, Liedermachen, Auftreten im Mittelpunkt stehen, kenne ich nicht viele. Klaus Irmscher gehört dazu. Einer der wichtigsten Menschen im Folkclub Mölln.
Als ich mit Freunden zum Möllner Folkclub kam, um von Liederjan das Abschiedskonzert zu hören, da saß der altjunge Möllner Liedermacher Klaus Irmscher am Tisch vor seinen Büchern, und ich las „Ein Leben in Liedern“. Das Buch kaufte ich mir gleich, denn auch ich bin ein Liederlebender.
Als ich in den achtziger Jahren mit den Elbraben in Mölln in 3 Jahren zu 3 folkinternen FolkfFeste in die Eulenspiegeljugendherberge und in den Quellenhof einlud, war auch Klaus dabei. Wir waren proppevoll mit Mitmachern, Musikanten, Sängern, Tänzern und inspirierten uns gegenseitig. Da rief, als wir nach Mölln abreisen wollten, Jörg oder wer von Liederjan an, und Atti sagte konnte ihnen nicht zusagen. Platz, Zeit, Betten waren überbelegt. Es brodelte in der Szene, die Sessions gingen die Nächte durch. Nachts um 2 wurde fast eine Stunde lang Virginia Reels getanzt. Davon gibt es noch eine Grafik. Klaus, ich und viele andere kamen nicht dazu aufzutreten. Wie gesagt der Folkpott brodelte. Bands bis zum Ruhrpott waren dabei. Alle gratis miteinander füreinander. Das Feuer kam vom Herzen. Und bei einigen, wie bei Klaus Irmscher, lodert es bis heute.
In so einer Atmosphäre entstanden viele Lieder, neue Tänze, wir sangen alle gemeinsam „O lio lio la“ von Süverkrup. Und die Folkszene vereinte viele junge Menschen, die das Gestern, das Heute und das Morgen sagen, tanzten, musizierten, lebten. Voll Freude, alternativ, mit wenig Geld und etwas mehr Bier.
In diese Szene schwamm auch Klaus Irmscher, machte sein Liederleben zur Hauptsache und blieb dabei bis heute als Straßen-und Kneipenmusikant, als Dichter, Sänger, Schriftsteller, als Macher echter Volkskultur und Eulenspiegel – Spezialist.
In seinem Buch schreibt er über sein Leben und verbindet es mit seinen Geschichten und Balladen zu jedem seiner Lebensjahre auf Deutsch und auch mit seinem geliebten Plattdeutsch. Er schreibt wie er muggte, dichtete, sang, liebte, tourte mit immer neuen Perspektiven, Wohnorten und Zielen, bis er schließlich wieder in Mölln landete, wo seine Familie nach dem Krieg gestrandet war und den Neuaufbau begann.
Auch ich hatte in Mölln mein Wochenendhäuschen und lernte Klaus kennen. In den Jahren sahen wir uns immer wieder, er kam auf den Rabenhof, schrieb, gestaltete, dichtete ein Lied, ein Buch nach dem anderen, bekam Preise, tanzte bei de häufigen Folktanzfesten in Mölln mit, wurde zum wichtigen Mitglied des Folkclubs, obwohl er es nun sehr schwer hat mit Parkinson im Rollstuhl.
Klaus ist ein feiner Kerl. Für mich einer der wichtigsten Möllner und hat ein Supergedächtnis für seine spannende Schreibe und seinen herzlich – grantigen Humor in Buch und Liedern. Zig Liedertexte sind im Buch mit 370 Seiten, oft kritisch, verwandt mit Liederjan, bei denen er mehrere Jahre der dritte Impulsgeber war. Schade, dass sie ihn nicht im zu Ehren bei dem Abschiedskonzert am 7.2. mit auf die Bühne geholt haben. Dann wären die Liederjannis bei mir Obermeister geworden.
Seine Themen wiePappnasen-Moritat, Eulenspiegelnachlese, Wildsau und Fukushima, In meine Schuhe gestiegen, Die Flügel fliegen wieder, Fru Gnaddelbek, Irland, Japan, Sachsen, Glitzer Funkel, Erfüllt von diesem Licht — Und hundert mehr. Das müsst ihr selbst lesen und euch auch Klaus‘ Buch vom Eulenspiegel holen.
Das Buch „Mein Reim darauf“ empfehle ich von Herzen weiter.
Mein Reim darauf
Das autobiografische Liederbuch
Mit meinem autobiographischen Liederbuch „Mein Reim darauf“ gebe ich einen Überblick über mein Schaffen aus sechs Jahrzehnten.
Zwischen den 152 Liedtexten – über komische Alltagsgeschichten, über Zustände bei denen ich „Zustände“ kriege – oder Begebenheiten bei denen mir das Herz aufgeht – erzähle ich aus 74 Jahren Lebensgeschichte, von Maschinenschlosser-Lehre und Beatbands in Mölln, von Ingenieurstudium, Kleinkunstbühne KEKK und dem Quereinstieg als Arbeitsvermittler in München, von Abbrüchen und Umbrüchen in Hamburg, einer Auszeit und neuen Aufbrüchen beim Liederschreiben, einer Schauspielausbildung und einem Japan-Engagement, der Rückkehr nach Mölln nach dreißig Jahren auswärts, der Zeit mit Liederjan, dem Durch-die-Lande-Touren als Solist und darüber, wie aus scheinbar belanglosen Beobachtungen Lieder entstehen.

Das Songbook ist auch im Buchhandel zu haben: ISBN 978-3-75785-413-3

Genarrt, geäfft, geEulenspiegelt
Das Eulenspiegel-Liederbuch
In „Genarrt, geäfft, geEulenspiegelt“ erzähle ich 42 Eulenspiegel-Geschichten in Liedform – mit Noten. Dieses Werk brachte ich 2016 heraus. Auch für Notenunkundige hat es seinen Reiz: Man kann sich die Liedtexte als gereimte satirische Kurzgeschichten in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen. Prosa-Zwischentexte führen von einem Lied zum nächsten.
Im ersten Teil kommen von mir zu Liedern vertonte alte Eulenspiegel-Historien zusammen. Im zweiten Teil hole ich Till in die heutige Zeit, und nun reagiert er auf Fracking, Protzbauten, die Bahn im Winter und einiges mehr.
Eulenspiegel ist eine dankbare Satirefigur – sein schräger Charakter läßt mich als Autor meine Themen mit Humor angehen. Und mit dem alten Schelm lassen sich die absurdesten Geschichten erfinden.

Und nun, ihr lieben Leut, wünsch ich euch ein vergnüglich Lesen!
