Hans Paasche – Ein Leben für die Zukunft – Frieden – Donat-Verlag (Buch) (hh) ***** 5 FM-STERNE

Für Frieden, Umwelt, Lebensreform, Neue Wege, aber gegen Militarismus und Morden – Folge Hans Paasche mit Mitmenschlichkeit

Hans Paasche, Schriftsteller, Zukufntsdenker, Kapitänleutnant a. D. wurde auf der Flucht vor rechter Lynchjustiz erschossen. Wegen seiner Gegnerschaft zu Militarismus und Kolonialismus.


ZUKUNFTSDENKEN

Paasche warnte sch 1920 – vor mehr als 100 Jahren – vor Raubbau an der Natur, Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, Export unserer Denkweisen und Lebensformen in andere Teile der Welt. Eigensucht und Respekt vor Andersdenkenden, der Umgang mit Tiren, Umwelt, Alkohol und Fleischverzehr sind auch heute noch nötiger. Sein ungewöhnliches Leben für eine bessere Zukunft ist sein Aufruf: „Andert Euren Sinn!“


ANSICHT

Auf dem Foto schaut Hans Paasche skeptisch, melancholisch in die Linse. Mit seinen klaren, zukunftsgewandten, menschlichen Überzeugungen hatte er zwar viele Mitstreiter. Dennoch stand er gegen den Mainstream, der in alten, überholten Gleisen dachte und handelte, dass einige sogar mordeten.


LEBENSWEG

Johannes Albert Ferdinand Paasche, genannt Hans Paasche , * 3. April 1991 in Rostock, erschossen am 21. Mai 1929 auf Gut Waldfrieden, spätere Grenzmark Posen-Westpreußen. Er besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium in Berlin, wurde Marineoffizier, heiratete die Tochter Ellen des Posener Oberbürgermeisters und Pazifisten Witting, wurde Kolonial-Befehlshaber in einem Gebiet Ostafrikas, engagierte sich in der Lebensreformbewegung, publizierte gegen Krieg, Militär und Kolonialismus, wurde zum kompromisslosen Antimilitaristen. 1913 sprach er als einer der Wortführer für Frieden und Naturschutz auf dem Jugendtag der Freideutschen Jugend auf dem Hohen Meißner. 1918 gehörte er für einige Wochen dem Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte in Berlin an. Er wurde auf seinem Gut Waldfrieden von Freikorpstruppen 39jährig ermordet.


MEINE BEZIEHUNG ZU HANS PAASCHE

Mein Großvater, Wilhelm Warmbier, mit jüdischen Vorfahren war schon um 1900 im Wandervogel. Er spielte Geige, komponierte Tänze. Wahrscheinlich war Posen die zweite Stadt nach Berlin, in der es Wandervögel gab. Ein junger Lehrer wurde nach Posen versetzt und gründete dort eine Wandervogelgruppe mit Schülern und Lehrlingen.  Beamter und wurde mit seiner Familie 1918 vertrieben und kam mit Frau und drei Töchtern nach Hamburg. Meine Familie wurde ausgebombt, ich wurde sicherheitshalber in die SS-Schule nach Seesen am Harz geschickt, floh dort gegen Kriegsende, weil ich nicht als 12 jähriger zum Schießen mit der Panzerfaust ausgebildet werden wollte, schlug mich nach Hamburg durch und schwor mir damals, keine Schießwaffe anzufassen. Ich wurde dann bald entschiedener Pazifist, Antimilitarist, Friedensfreund, Freidenker, weltweiter Antinationalist und Lebensreformer.

Bald nach dem Krieg kam ich in den Wandervogel und begann ich Friedenslieder zu komponieren. Meine anderen Großeltern waren in Hamburg-Barmbek verbrannt, mein Vater war gebrochen und konnte seine Firma nicht mehr aufbauen, unser Familie war sehr arm. Ich wuchs in Trümmern weit herum auf und bin seither lebenslang entschiedener Pazifist. Bereits als Junge las ich begeistert Paasches „lukanga mukura“, lernte die Paasche – Linde auf dem Ludwigstein mit Paasches Geschichte kennen und hörte beim Meißnertag 2013 die Rede seines kanadischen Neffen.

Das Buch jetzt bringt mir Hans Paasche und seinem Schicksal besonders nahe. Ich wäre gern mit ihm befreundet gewesen.


Mehrere bündische Freunde von mir haben intensiv über Hans Paasche gearbeitet und über ihn geschrieben. Dass ich das jetzt durch das Buch und durch Recherche erfahre, ist mir eine Freude, stehe ich doch mit meinem Ehren Hans Paasches nicht allein. Dass auch andere aus unseren Kreisen auch radikal für Frieden und Natur eintreten, das wusste ich schon lange. Wäre es nicht an der Zeit, dass der Mindener Kreis ein Treffen für Frieden mit Hans Paasche als Beispiel durchführen würde?


Ehrung durch den Verleger diese Buches und Freund der Familie Helmut Donat

Hans Paasche war Bundesgenosse der Verführten, Bedrängten und Ausgebeuteten.

Als Rebell rief er Gegner und Widersacher auf, ihren Sinn zu ändern.

Er gehört zu den Vertretern jenes „anderen“ Deutschland, die sich dem Nationalismus und Militarismus entgegenstellten. Er setzte sich en für eine Aussöhnung mit Franzosen und Polen, an die es heute mehr denn je zu erinnern gilt.