Ein neuer Roman von Thommie Bayer ist immer eine Freude, und immer gibt es darin auch Musik.
Hauptperson im neuen Werk ist Matteo, gelernter Zimmermann (war auch auf der Walz, wie es sich gehört), belesen, musikinteressiert, ziemlicher Einzelgänger (wir erfahren auch, warum).
Bei einem Auftrag lernt er das schreibende Ehepaar Eric Moreau und Keira Adams kennen – Eric hat hugenottische Vorfahren, deshalb der Name, wie Keira an ihren kommt, erfahren wir leider nicht. Die beiden sind dreißig Jahre älter als Matteo, aber irgendwie die Freunde, die er immer gesucht hat. A
ls Eric, der keinen Führerschein besitzt, ihn deshalb fragt, ob er sein Privatchauffeur sein möchte, nimmt Matteo dieses Angebot glücklich an. Er fährt Matteo zu Lesungen, fährt ihn nach Irland, wo sie viel Musik hören. Da Matteo ein elender Banause ist, der Walisisch ebenso unaussprechlich findet wie Irisch, teilt er uns leider die Titel der Lieder nicht mit, die ihn so beeindrucken.
Dass die Fahrt nach Irland nicht nur dem Besuch bei einem alten Freund dienen sollte, ahnt er dann bald, aber worum es wirklich ging, erfahren er und wir erst am Ende dieses umwerfenden Romans, der zwischendurch so eine Art Roadmovie wird, wenn Eric und Matteo von Lesung zu Lesung fahren. Dabei stolpert Matteo (Banause eben!) mehrfach über seine eigenen Vorurteile, und ganz nebenbei erzählt Thommie Bayer uns einiges über den Literaturbetrieb, in dem eine Autorin ganz anders gelesen und behandelt wird als ein Autor.
Thommie Bayer: Gern gesehene Gäste, 204 S., 24,–, Piper Verlag, www.piper.de https://www.thommie-bayer.de/
(GH)